• Jüdische Besiedlung des Rheinlandes

Jüdische Besiedlung des Rheinlandes im Mittelalter

In der Antike verbreiteten sich die Juden innerhalb des Römischen Reiches in Nordafrika, Nahost und Europa. Auch im deutschsprachigen Raum sind sie nachgewiesen, so 321 in Köln. Dabei handelte es sich jedoch noch nicht um dauerhafte Siedlungen, sondern Handelsposten und kurzfristige Niederlassungen, die sich nach den Bewegungen des Römischen Heeres richteten. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches und dem Beginn der Völkerwanderung verloren die Römer ihren Einfluss über die germanischen Provinzen und zogen sich wieder hinter die Alpen zurück. Mit ihnen verschwanden auch die Nachweise auf jüdische Bewohner im Rheinland. Ohne den Schutz der Römer war die Besiedlung zu gefährlich, daher zogen sie ebenfalls in den Süden, vor allem nach Italien.
Im Mittelalter kehrten die Juden ins Rheinland zurück, nachdem sich die Unruhen im Zuge der Völkerwanderung gelegt hatten, und sie folgten den wichtigsten Handelsrouten in die rheinischen Bischofsstädte, um dort neue Gemeinden zu gründen. Von dort breiteten sie sich im Laufe des Mittelalters im ganzen Rheinland aus, bis eine Zunahme der Pogrome im Hoch- und Spätmittelalter sowie die sich verschlechternde rechtliche und wirtschaftliche Lage viele Juden dazu bewog, weiter nach Osten zu wandern. Zu Beginn der Frühen Neuzeit existierten nur noch in wenigen Städten jüdische Gemeinden.